Tarifvertrag aok plus

Die Messung der tatsächlich in Deutschland geleisteten Arbeitsstunden und ihrer einzelkomponenten ist eine komplexe Aufgabe. Dies spiegelt sich in der AZR wider, die wir in diesem Artikel skizziert haben. Die Ergebnisse beziehen sich auf Zeitreihen über die geleisteten Arbeitsstunden und das Arbeitsvolumen auf aggregierter Ebene, ermöglichen aber auch Diskriminierung ender Kriterien wie Gruppen von Erwerbstätigen und Wirtschaftssektoren. Der komponentenmäßige Ansatz, der es uns ermöglicht, unter anderem kollektive, kalender-, persönliche und zyklische Einflüsse zu identifizieren, ist eine besonders effektive und informative Möglichkeit, statistische Informationen zu diesem Thema zu sammeln und zu präsentieren. Von großer Bedeutung ist die tarifliche oder übliche Wochenarbeitszeit der Arbeitnehmer. Sie ist der Bezugspunkt für alle Arbeitszeitvereinbarungen, die über die Vollzeitbeschäftigung hinausgehen. Im Jahr 2004 erreichte die tariflich vereinbarte oder übliche Wochenarbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte mit durchschnittlich 37,9 h ihren niedrigsten Stand und stieg seitdem leicht an. Aufgrund von Kürzungen während der Finanz- und Wirtschaftskrise (vgl. Bogedan et al. 2009) ging die tarifliche oder übliche Wochenarbeitszeit jedoch vorübergehend zurück.

Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten in der Mehraufwandsvariante) sind Arbeitsmöglichkeiten, die zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, da sie ohne die Subvention nicht geschaffen würden und von öffentlichem Interesse für Sozialhilfeempfänger sind, die besonders schwer in Beschäftigung sind. Bei der Teilnahme an Ein-Euro-Jobs erhalten Sozialhilfeempfänger weiterhin Sozialleistungen plus 1–2 € pro geleisteter Arbeitsstunde. Ein-Euro-Jobs zielen darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen zu erhöhen und ihre Chancen auf eine reguläre Beschäftigung zu erhöhen. Auch die Arbeitsbereitschaft der Sozialhilfeempfänger wird im Rahmen des Programms auf die Probe gestellt. Darüber hinaus zielen Ein-Euro-Jobs auf die soziale Integration von Sozialhilfeempfängern ab (Dengler 2013). Offizielle Daten zu den in Deutschland geleisteten Arbeitsstunden liefert das Arbeitszeitmesskonzept (Arbeitszeitrechnung, AZR) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der AZR ist das Schlüsseldatenprodukt zur Arbeitszeit in Deutschland und liegt hinter der deutschen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zum Arbeitseinsatz. Die beiden im AZR bereitgestellten Schlüsselindikatoren sind die geleisteten Arbeitsstunden je Beschäftigten und das Arbeitsvolumen, das das Ergebnis der arbeitspflichtigen Arbeitsstunden und der Zahl der Erwerbstätigen ist (Reyher und Kohler 1986; Kohler und Reyher 1988). Fußnote 1 Da der AZR auf einem komponentenorientierten Rechnungsführungssystem beruht, werden Änderungen der Arbeitszeit aufgrund von Tarifverträgen und wirtschaftlichen Schwankungen mit Verschiebungen in der Beschäftigungsstruktur zusammengeführt und ergeben ein differenziertes Bild von Umfang, Struktur und Entwicklung der Jahresarbeitszeit von Erwerbstätigen. Die Ergebnisse des AZR über die geleisteten Arbeitsstunden und das Arbeitsvolumen bieten eine einzigartige Grundlage für die Bewertung von Arbeitsmarktentwicklungen und weiteren Perspektiven.

Wie bereits erwähnt, ist eine zweite wichtige zyklische Komponente der geleisteten Arbeitsstunden auf die Änderung der Arbeitszeitkonten zurückzuführen. Abweichungen von regulären oder kollektiv vereinbarten Arbeitszeiten führen zu Einsparungen (Krediten) oder Defiziten (Debits) auf diesen Konten, die während eines bestimmten Zeitraums ausgeglichen werden müssen (vgl.